Der Flug des Adlers

Aus der Festschrift zum 40-jährigen Vereinsjubiläum 2005

40 Jahre sind inzwischen vergangen, seit einige sportbegeisterte junge Männer Mitte der 60-er Jahre die Initiative ergriffen und in Auw einen Sportverein gründen wollten. Allen voran: Herbert Eichten, Leo Hubertz, Peter Klein und Michael Murges. Gleich zu Beginn des Unterfangens konnten zwei wichtige Unterstützer gewonnen werden: der Pastor Hans Engel und der Lehrer der damaligen Volksschule Hans-Josef Schad.

 

Insgesamt zählte der Verein bereits 160 Mitglieder, als am 3. Januar 1965 die Gründungsversammlung zusammentrat. Die DJK Auw war geboren, die Vereinsfarben sind schwarz-rot, Wappentier ist der Adler.

 

Dabei beginnt die Urgeschichte der DJK Auw bereits früher. Schon vor dem Krieg existierte ein Verein mit dem gleichen Namen, bis dieser 1935 von den Nazi-Behörden aufgelöst wurde.

 

Die erste Aufgabe bestand darin, einen Sportplatz zu finden. Hierzu stellte die Kirche ein Grundstück „Am Wiedenhof“ zur Verfügung. Mit viel Engagement und Eigeninitiative wurde das erste Spielfeld aus einer (nicht immer) gesunden Mischung aus Lava und Rheinsand geschaffen.

 

„Der Pastor zog die Gräben – Jugend in Auw machte begeistert mit“ kommentierte die Lokalpresse die Aktivitäten.

 

Mit einer Senioren, einer A-Jungend und einer C-Jugend-Mannschaft wurde der Spielbetrieb aufgenommen. Die Sportplatzeinweihung erfolgte zur Kirmes 1965. Der sehr spielstarke SV Roth war der erste Gegner auf dem neuen Platz. Pastor Engel, der wenig zuvor seinen Dienst in Auw angetreten hatte und der die Gründung des Vereins sehr unterstützt hatte, schoss gleich in der ersten Minute das Tor für die schwarz-roten Auwer. Erst kurz vor Schluss konnte der SV gleichziehen im ersten vieler spannenden und sportlich interessanten Derbies zwischen beiden Vereinen.

 

In den erste Jahren hielt sich der Erfolg in Grenzen. In der 3. Kreisklasse bieb in dem Jahre, als Borussia Dortmund den ersten Europapokal nach Deutschland holte (1966), der Auftakterfolg gegen die Fußballer aus Mehlental die Ausnahme. 1969 dann wurde die gute Jugendarbeit belohnt. Das Entscheidungsspiel gegen den harten Konkurrenten aus Mürlenbach wurde am 31. Mai 1970 mit 1:3 verloren. Gegen den SV Dackscheid aber gelang ein überzeugender 3:1 Sieg. Dreifacher Torschütze war der wieselflinke Horst Werner. Die Mannschaft stieg in die 2. Kreisklasse auf. Schon nach fünf Jahren zeigte sich, dass der Platz, die höchstgelegene Seenplatte der Eifel, mit seinem für Beine wie Ball höchst problematischen Gemisch von Sand und Wacken den Anforderungen nicht mehr genügte. Ein neuer Platz musste her. Der wurde dann an gleicher Stelle am 30. Mai 1972 eröffnet. Ein prächtiger Rasenplatz zu einer Zeit, da andernorts vor allem Hartplätze wegen ihres vermeintlich geringeren Pflegeaufwands gebaut wurden. Wenig später aber zeigte auch der neue Platz seine grundsätzlichen Unterbauprobleme. Das Wasser zog nach Regenfällen nicht ab. Nacharbeiten im Drainagesystem waren immer wieder erforderlich. 1970 hatte Peter Klein den Vorsitz übernommen, den er erst 23 Jahre später abgeben sollte.

 

1975 wurde dann die erste Umkleidekabine eingeweiht. Eine Flutlichtanlage verbesserte die Trainingsbedinungen weiter. Die Seniorenmannschaft setzte sich in der Spitzengruppe der 2. Kreisklasse fest. Der Nachwuchst drängte nach vorne. Bei Pokalturnieren wurde serienmäßig abgeräumt, anschließend bis in die Puppen gefeiert, wie es guter Brauch ist unter den schwarzroten Adlern. 1975 schien der Aufstieg geschafft. In einem harten Kampf gelang es, die Vereinigten aus Lünebach/Arzfeld nach Elfmeterschießen zu besiegen. Eine Woche lang wurde der Aufstieg gefeiert. Bis dann eine jener unverständlichen Entscheidungen, wie sie im Sport öfters passieren, in die fortgesetzten Feierlichkeiten platzte. Der sportliche Erfolg wurde am grünen Tisch zunichte gemacht. Im dramatischen Wiederholungsspiel, das erneut 2:2 nach regulärer Spielzeit endigte, hatten die Lünebacher im Elfmeterschießen mehr Glück.

 

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre hielten sich Erfolg und Misserfolg die Waage. Eine Fortsetzung der Erfolgskurrve gelang erst wieder in den achtziger Jahren. 1983 stieg die zweite Mannschaft unter Trainer Peter Brandt in die D-Klasse auf. Im gleichen Jahr schaffte dann auch die 1. Senioren-Mannschaft den Sprung in die B-Klasse. Unter Spielertrainer Klaus Henkes gelang gegen die Mannschaften von Bettingen, DJK DIST, SV Speicher und SV Salm überzeugend der Aufstiegsrunden-Sieg.

 

In den Achtziger Jahren erweiterte dann der Verein sein Angebot. Aus dem Fußballverein wurde ein Sportverein. Gymnastikgruppen für Jung und Alt bereicherten das sportliche Angebot ebenso wie Kinderturngruppen.

 

Am 2. Mai 1986 beschlossen die DJK und der FC Ormont unter ihren Vorsitzenden Blum und Klein, eine Spielgemeinschaft zu gründen. Ein Beschluss, der sich für beide Vereine auszahlen sollte.

 

1990 war dann eine weiteres Erfolgsjahr. Zunächst schaffte die 2. Mannschaft den Aufstieg als Meister der Kreisliga D 1989/90. Erfolgscoach wie schon sieben Jahre zuvor: Peter Brandt. Dann zog auch die Erste unter dem neuen Coach Klaus Henkes nach. Nachdem sie in der Saison hinter Kirchweiler den zweiten Tabellenplatz belegt hatte, gelang ihr in der Relegation der Aufstieg in die Kreisliga A.

 

In diesem Jahr feierte die DJK ihr 25-jähriges Bestehen. Die „Bläck Fööss“ gastierten in Auw und ließen das Zelt, wie 5 Jahre später ein zweites Mal, beben. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde auch die umfassende Sanierung des Sportplatzes bekannt gegeben. 316.000 Mark ließen sich Gemeinde, Kreis und Land das Projekt kosten: „Die Schlammschlachten sind nun Vergangenheit“, jubelte der TV, als er von den Einweihungsfeierlichkeiten am 3. Juni 1992 berichtete. Auch eine Krönung der Arbeit des Vorsitzenden Peter Klein, der den Verein durch alle Höhen und Tiefen geführt hatte. Sein Nachfolger im Amt, Norbert Hacken, nahm den Schlüssel für die neue Anlage von Bürgermeister Johann Schmitz entgegen. Der gab den Rat, die „doch erheblichen Investitionen“ der Ortsgemeinde als „Ansporn zu noch größeren Leistungen zu verstehen und insbesondere die Jugend auf dem Dorf anzusprechen.“

 

Großer Tag dann am 21. Juli 1992. Borussia Mönchengladbach, eben unterlegener Pokalfinalist und mit zwei frisch gebackenen Europameistern aus der dänischen Nationalmannschaft im Kader, präsentierte sich vor 1000 Zuschauern einer Eifelauswahl. Mit 7:1 gab es die erwartete Niederlage gegen die Borussia. Trotz strömenden Regens war es ein gelungenes Fußballfest auf dem herrlichen neuen Platz. Matthias Henkes, damals DJK-Vorstandsmitglied und noch heute treuer Weggefährte der Auwer Fußballer wusste über den Andrang späterhin Historisches zu berichten. „Ich kam nicht einmal dazu, mein Stubbi zu leeren, so groß war der Andrang. Das hat es noch nie gegeben.“, befriedigte er die Neugierde der Presse. Das waren dann aber schon die größeren Probleme, für die sich alsbald die angemessene Lösung fand.

 

Nur ein Jahr später zeigte sich, dass auch die A-Klasse nur Durchgangsstation für die SG Auw sein sollte. Drei Jahre nach dem Aufstieg gelang der Spielgemeinschaft, die 1991 um Hallschlag erweitert worden war, unter ihrem ehrgeizigen Coach Robert Juchems völlig überraschend der Aufstieg in die Bezirksliga.

1995, pünktlich zum 30-jährigen Vereinsjubiläum, präsentierte die DJK ihr neues zu Hause. Ein nagelneues Umkleidegebäude mit Clubraum, das abermals mit viel Eigenleistung und Engagement gebaut worden war, bot einen idealen Platz, die noch kommenden Siege standesgemäß bis in die Puppen zu feiern. Und auch sportlich schien der Verein in diesem Jahr seinen Höhepunkt erreicht zu haben, als der zweiten Mannschaft, wieder unter Coach Peter Brandt als souveräner Staffelsieger der Aufstieg in die Kreisliga B gelang.

 

In ihren ersten Bezirksliga-Jahren hatte sich die erste Mannschaft durchaus im oberen Feld behaupten können. Doch 1997 folgte völlig überraschend der Abstieg. Aber der sportliche Niedergang wurde als Chance genutzt. Als mit Roger Stoffels ein neuer Mann auf die Trainerbank rückte, schaffte die erste Mannschaft 1999 überlegen den Meistertitel und so den Wiederaufstieg in die Bezirksliga.

 

In den folgenden Jahren veränderte die Mannschaft ihr Gesicht. Viele junge Spieler wurden integriert. Besonders hervor taten sich die A-Jugendlichen aus der damaligen Jugendspielgemeinschaft mit Bleialf. Unvergessen dabei der erste Auftritt des gerade 18-jährigen Jochen Tautges, als er die hoch gehandelten Weinsheimer mit drei Toren fast im Alleingang nach Hause schickte. Außerdem führte Trainerfuchs Stoffels konsequent die Raumdeckung ein, als bei den meisten übrigen Mannschaften dieser Klasse noch ein Libero die Bälle aus der Abwehr drosch. Dadurch entwickelte sich das Auwer Team schnell zu einem der spielstärksten. Doch es fehlte die Beständigkeit. Nach großartigen Siegesserien gab es oft ebenso unglaubliche Pleiten. Insgesamt setzte sich die SG Auw in den Jahren zwischen 1999 und 2002 im oberen Mittelfeld fest.

 

Das änderte sich erst als Heinz Maas auf die Trainerbank in Auw zurück kehrte. Im Jahr 2003 wurden Landes- und Bezirksliga zu einer Klasse zusammengeführt. Die ersten 6 der Bezirksliga konnten dadurch die Klasse halten, alle übrigen Teams mussten den harten Gang in die A-Klasse antreten. Mit einem furiosen Saisonstart setzte sich Auw schnell an der Tabellenspitze ab. Vor allem dank einer überragenden Abwehr, wurde man am Ende in souveräner Manier Meister der Bezirksliga 2003. Im Partybus, sponsored by „Hubbsi“, stieg die feuchtfröhliche Meisterfeier.

 

Die Qualifikation für die „neue“ Bezirksliga war geschafft. Fortan musste man sich mit gestandenen Landesligisten wie Konz, VfL Trier, Krettnach oder Großkampen messen. Doch auch dieser Herausforderung sah sich die junge Truppe, die abgesehen von Torwartdino Robert Juchems ein Durchschnittsalter von gerade 23 Jahren aufwies, gewachsen. Am Ende der Saison reichte es zu einem hervorragenden dritten Tabellenplatz hinter den Spielgemeinschaften aus Badem und Ellscheid.

 

Auch für die Saison 2004/2005 sah zunächst alles nach einer Fortsetzung der Erfolgsserie aus. Gegen Mitte der Hinrunde lag man sogar kurzzeitig an erster Stelle. Doch dann kam der Einbruch. Zunächst blieb wegen vieler verletzter Spieler der sportliche Erfolg aus, dann folgten Streitereien zwischen einzelnen Spielern und dem Trainer der zweiten Mannschaft. Zur Winterpause lag man, durchaus mit Abstiegssorgen, auf Position neun. Im neuen Jahr fand die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurück und gewann fast alle restlichen Spiele gegen die besser platzierten Gegner. Am Ende sprang noch ein guter siebter Platz mit nur geringem Punkterückstand auf Rang 3 heraus.

 

Wechselhafter verliefen die letzten Jahre für die zweite Mannschaft. 1999 war man wieder in die C-Klasse abgestiegen, wo man die nächsten Jahre im hinteren Mittelfeld umherdümpelte. 2002/2003 kämpfte die Mannschaft von Dietmar Schufen in einer sehr ausgeglichenen Klasse bis zum drittletzten Spieltag gegen den Abstieg. Dann wurden die letzten Spiele gewonnen, und so fand man sich am Saisonende unerwartet auf Platz 2 wieder. In den nächsten Jahren hieß das Ziel für die Reserve: Aufstieg in die B-Klasse in Angriff nehmen, damit der Klassenabstand zu der ersten Mannschaft nicht zu groß wird. Und das Vorhaben schien zu glücken. Doch dann wurde das entscheidende Spiel beim Aufstiegskontrahenten in Neuerburg verloren. Es war die einzige Niederlage der Saison 2003/2004 und auch 61 Punkte aus 26 Spielen bei 80:15 Toren genügten nicht zum Aufstieg.

Umgekehrtes Bild dann im vergangenen Jahr. Zur Winterpause lag man „nur“ an zweiter Stelle, als Trainer Guido Heinzen völlig überraschend nach Weinsheim wechselte. Norbert Hacken, der wenige Monate zuvor seinen Posten als erster Vorsitzender an Martin Fuchs abgetreten hatte, musste einspringen. Unter ihm festigte sich die Mannschaft und gewann ein Spiel nach dem anderen. Das vorentscheidende Duell gegen Bleialf am 15. April in Hallschlag wurde mit 1:0 gewonnen. Die Entscheidung fiel dann am 1. Mai gegen Burbach. Mit einem 2:0 stand der Staffelsieg fest und so konnte der Wiederaufstieg in die B-Klasse gebührend gefeiert werden.

 

 

Die DJK Auw hat sich in 40 Jahren gewandelt. Im Dorfleben ist sie ein nicht mehr weg zu denkender Bestandteil geworden. Das heutige Angebot an Turn- und Gymnastikgruppen lässt vom Kleinkind bis zum Rentner niemanden aus. Neue Sportarten, wie zuletzt das Nordic-Walking werden vom Verein angeboten und mit hoher Resonanz angenommen. Trotz der zur Zeit relativ wenigen Jugendfußballer besteht auch in der Jugendspielgemeinschaft ein Angebot für alle Alterklassen. Im Seniorenfußball ist die DJK Auw zur Zeit sicher der führende Verein der sehr erfolgreichen Spielgemeinschaft mit Ormont und Hallschlag. Möglich ist das nur durch die zahlreichen sportbegeisterten Zuschauer und Helfer, die heute jedes Heimspiel der Ersten in Auw in ein „kleines Sportfest“ verwandeln.

Wir suchen weiterhin...

Kandidaten, die Schiedsrichter im Fußball werden möchten. Auch Jugendliche sind erwünscht.

 

Kinder von 4-6 Jahren, die Spaß am Ballspielen haben und bei den Bambinis anfangen wollen.

 

Weiterhin suchen wir Betreuer für unsere Jugendmannschaften.

 

 

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